Wer als Pflegefachfrau, FaGe oder bei der Spitex arbeitet, kennt die Regel: kurze Nägel, kein Nagellack, keine Gelnägel. Und trotzdem möchtest du an der Hochzeit deiner besten Freundin oder in den Ferien schöne Hände haben. Geht das zusammen? Ja, wenn du weisst, was die Hygieneregeln in der Schweiz genau verlangen und wo Press-on Nails hineinpassen. Hier ist die ehrliche Antwort.
Was gilt in Schweizer Spitälern und Heimen?
Eine einzige nationale Nagelregel für alle Gesundheitsberufe gibt es in der Schweiz nicht. Jedes Spital und viele Kantone legen die Händehygiene in eigenen Weisungen fest. Wer diese Dokumente nebeneinanderlegt, sieht aber schnell: Sie sagen fast wortgleich dasselbe.
Das Universitätsspital Basel schreibt in seiner Weisung zum Erscheinungsbild der Mitarbeitenden (Version 2.0, 2021): «Die Fingernägel sind sauber, kurz und rund geschnitten. Es dürfen weder Nagellack noch künstliche Fingernägel und/oder Gelnägel getragen werden.»
Das Universitätsspital Zürich führt in seiner Übersicht zu den Standardmassnahmen (Version 27, 2024) unter «Fingernägel» drei Dinge auf, die nicht erlaubt sind: Nagellack, lange Fingernägel und künstliche Fingernägel.
Für die Langzeitpflege tönt es gleich. Der Kantonsärztliche Dienst des Kantons Bern hält in seinen Empfehlungen für Langzeitpflegeeinrichtungen (2020) fest: «Nagellack, Gelauflagen oder künstliche Fingernägel sind während der Arbeit nicht erlaubt.» Und das Kantonsspital Aarau schreibt in seinem Merkblatt zur Standardhygiene für Langzeiteinrichtungen (2025): «Das Tragen von künstlichen Gel- oder Acryl-Nägeln ist nicht erlaubt.»
In der Westschweiz gilt der interkantonale Guide romand zu den Standardmassnahmen (HPCI, 3. Ausgabe 2017). Dort steht: «Des mains sûres, c'est aussi ne pas porter de bijou, garder les ongles courts et naturels.» Sichere Hände heissen also auch: kein Schmuck, kurze und natürliche Nägel.
Arbeitest du bei der Spitex, findest du die Richtlinien für die Pflege zu Hause in unserem Artikel Spitex und Nägel.
Warum sind künstliche Nägel im Dienst verboten?
Es geht nicht um den Look, sondern um Keime. Der Guide romand erklärt es so: Die Zonen um und unter den Nägeln sind ein Reservoir für Mikroorganismen, besonders wenn die Nägel lang und lackiert sind oder wenn es sich um künstliche Nägel handelt. Zwischen eigenem und künstlichem Nagel, an Kanten und in feinen Rissen im Lack wirkt das Desinfektionsmittel schlechter. Gerade bei Patientinnen und Bewohnern mit geschwächter Abwehr ist das ein echtes Risiko.
Zählen Press-on Nails als künstliche Nägel?
Ja, und wir sagen das lieber gleich deutlich. Ein Press-on Nail ist ein künstlicher Nagel, auch wenn du ihn nur mit einem Klebepad aufsetzt und nicht im Nagelstudio aufbauen lässt. Während der Arbeit mit Patientinnen, Bewohnern oder Klientinnen gehören sie also nicht an deine Hände.
Der Unterschied zu Gel oder Acryl liegt woanders: Press-on Nails sind in wenigen Minuten wieder ab. Kein Feilen, keine Lampe, kein Termin zum Entfernen. Genau darum passen sie zu einem Beruf mit Nagelverbot besser als jede Studio-Maniküre.
Und in der Zahnarztpraxis oder in der Küche?
Auch hier gilt: kurz und naturbelassen. Die Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft SSO schreibt in ihren Qualitätsleitlinien zur Praxishygiene (2018): «Die Fingernägel sind kurz und unlackiert.» Und die Leitlinie von GastroSuisse für die gute Verfahrenspraxis im Gastgewerbe (2019) sagt über das Personal: «Verwendet keinen Nagellack und/oder künstliche Fingernägel.» Für Dentalassistentinnen, Köchinnen und Servicefachfrauen ist die Antwort also dieselbe wie in der Pflege: nicht bei der Arbeit, gerne in der Freizeit.
So passen Press-on Nails in deinen Dienstplan
Viele unserer Kundinnen aus der Pflege machen es so:
- Nach dem letzten Dienst vor dem Frei: eigene Nägel kurz lassen, mit einem Alkoholpad entfetten, Press-on Nails mit den Klebepads aufsetzen. Das dauert etwa zehn Minuten.
- An den freien Tagen: tragen, ob am Fest, im Ausgang oder einfach auf dem Sofa.
- Am Abend vor dem nächsten Dienst: Hände ein paar Minuten in warmes Wasser mit etwas Seife oder Öl legen, die Nägel von der Seite her sanft lösen, Kleberreste abrubbeln. Dein eigener Nagel ist danach wieder kurz, sauber und unlackiert.
- Das Set zurück in die Box: Mit 150 Klebepads trägst du dieselben Nägel viele Male wieder.
Wichtig: Klebe Press-on Nails nie über einen verletzten oder entzündeten Nagelfalz, und löse sie nicht trocken ab. Wer zu Hautreizungen neigt, testet ein Klebepad zuerst an einem Finger.
Welche Sets eignen sich für Frauen in der Pflege?
Da die Nägel nur an freien Tagen dran sind, darfst du ruhig Farbe tragen. Wer es trotzdem schlicht mag, greift zu kurzen Formen wie Round oder Oval Short und zu Nudetönen wie Cameo Nude oder Vincent's Blossom. Schau dir unsere Nude Press-on Nails für Alltag und Büro an oder gleich alle handgefertigten Sets. Jedes Set enthält 10 Nägel plus 5 Ersatznägel in deiner Grösse. Deine Grösse findest du mit unserer Anleitung Finde deine Form und Grösse; liegst du zwischen zwei Grössen, nimm die grössere.
Häufige Fragen
Darf ich Press-on Nails in der Pflege tragen? Nicht während der Arbeit mit Patientinnen und Bewohnern. Für die Hygieneregeln deines Spitals oder Heims sind sie künstliche Nägel. In der Freizeit spricht nichts dagegen.
Gibt es eine Regel für die ganze Schweiz? Eine einheitliche nationale Vorschrift haben wir nicht gefunden. Massgebend ist die Hygienerichtlinie deines Arbeitgebers. Die Weisungen der grossen Spitäler und der Kantone sind sich aber einig: kurze, unlackierte Nägel ohne künstliche Nägel.
Sind Press-on Nails besser als Gelnägel, wenn ich im Spital arbeite? Im Dienst ist beides nicht erlaubt. Der Vorteil von Press-on Nails: Du bekommst sie am Abend vor dem Dienst in wenigen Minuten selbst wieder ab, ohne Feile und ohne Termin.
Schadet das Aufkleben und Ablösen meinen Nägeln? Nicht, wenn du sie mit warmem Wasser löst und nicht einfach abreisst. Die Klebepads sitzen auf der Oberfläche, dein Nagel wird weder angeraut noch abgefeilt.
Wie schnell ist ein Set bei mir in der Schweiz? In etwa 7 Werktagen. Zoll und MWST sind bereits bezahlt, ab CHF 50 ist der Versand gratis. Mehr dazu auf unserer Seite Press-on Nails in der Schweiz.
Quellen
- Universitätsspital Basel: Weisung zur äusseren Erscheinung, zum Verhalten und zur Hygiene der USB-Mitarbeitenden am Arbeitsplatz, Version 2.0, 2021, S. 4.
- Universitätsspital Zürich: Standardmassnahmen Übersicht, Version 27, 21.02.2024.
- Kanton Bern, Kantonsärztlicher Dienst: Empfehlungen für das Vorgehen bei hygienisch relevanten Problemkeimen in Langzeitpflegeeinrichtungen, 17.01.2020, S. 4.
- Kantonsspital Aarau: Standardhygiene, persönliche Hygiene und Berufskleidung (Langzeiteinrichtungen), 25.07.2025, Abschnitt 3.2.
- HPCI: Guide romand pour la prévention des infections associées aux soins, Précautions Standard, 3e édition, 2017, S. 5.
- SSO Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft: Qualitätsleitlinien Praxishygiene, 2018.
- GastroSuisse: Leitlinie Gute Verfahrenspraxis im Gastgewerbe (GVG), 2. Auflage 2019, S. 18.
Dieser Artikel ersetzt nicht die Hygienerichtlinie deines Arbeitgebers. Im Zweifel fragst du die Spitalhygiene oder deine Vorgesetzte.